Frische Themen

Harburger im Spanischen Bürgerkrieg

1936/37 machten sich 13 Harburger Antifaschisten auf die Reise

Spanien, über Jahrhunderte eine ultrakatholische Monarchie, wählte sich 1931 eine demokratische Regierung und wurde Republik. Die republikanische Bewegung entwickelte sich zur Volksfront weiter und trug bei erneuten Wahlen im Februar 1936 wiederum den Sieg davon. Im Juli 1936 putschte das Militär für die Wiedererrichtung der alten Ordnung – es scheiterte in den Städten, gewann aber im Nordwesten die Kontrolle über die Landgebiete. Im Süden landeten Kolonialtruppen unter General Franco, um den Putsch zu unterstützen. Die faschistischen Regierungen Deutschlands und Italiens sendeten Waffen und Truppen. Auf republikanischer Seite meldeten sich ab Herbst 1936 tausende Antifaschisten aus der ganzen Welt für den Kampfeinsatz in Internationalen Brigaden.

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Auf Geheiß der Gestapo von der Marinejustiz ermordet

Der Harburger Seemann Heinrich Ahrens

Mosaikstücke dieses Lebens fügten sich erst im Herbst 2016 wieder zusammen: Im Abgleich ganz unterschiedlicher Quellen wurde plötzlich das Schicksal Heinrich Ahrens’ sichtbar, der am 8.9.1906 in Harburg zur Welt kam, die Volksschule Maretstraße besuchte, ab 1929 in der Harburger KPD wirkte, als ziviler Seemann auf einem Handelsschiff fuhr, das 1940 von der deutschen Kriegsmarine requiriert und als Blockadebrecher eingesetzt wurde, und der im Juli 1943 von einem Militärgericht der Wehrmachts-Dienststelle Admiral West Bordeaux wegen Hochverrats und Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde.

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Werkstattbericht

Die nächsten Projekte

Seit Oktober 2014 ist diese Website online – mit Beiträgen, die teils aus aktueller Archivarbeit hervorgingen, teils aus der Schublade kamen, teils langjährige Steckenpferde und familiäre Überlieferungen erstmals publikationsreif machten. Dabei ist eine thematische Breite entstanden, die uns freut und irgendwie auch beeindruckt. Und nun gehts weiter.

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Die selbstbewussten Aushängeschilder der Ölmühlen

Harburger Traditionsfirmen und ihre Logos, Teil 4: Thörl, Noblée, Hobum

Harburg war vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts (welt-)weit bekannt für seine Ölmühlen. Vor dem 2. Weltkrieg verarbeiteten sie die Hälfte der deutschen Produktion. „Hamburg-Harburg war nicht nur das Ölmühlenzentrum Deutschlands, es war auch die bedeutendste Ölzentrale der Welt“. Hier geht es um die Logos von Thörl, Noblée und Hobum.

 

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Denunziant Dr. Dahlgrün

Wie der Phoenix-Justiziar und spätere Bundesfinanzminister eine junge Büroangestellte der Gestapo auslieferte

Alle führenden Köpfe der Phoenix-Gummiwerke in Harburg konnten in den Jahren nach 1945 ihre Rolle im System der NS-Kriegswirtschaft weitgehend verschleiern. Ihnen half die Komplizenschaft der Mittäter und der Umstand, dass betriebliche Handlungen, anders als staatliche, wenig Akten hinterlassen, die zudem auch noch leichter zu vernichten sind. Ein Meister der weißen Weste war der von 1936 bis 1962 amtierende Phoenix-Justiziar Dr. jur. Rolf Dahlgrün.

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Eine Art Wohnschiff für Werftarbeiter

Ernst Riggerts literarischer Tupfen über den Ortsteil Neuhof aus dem Jahr 1929

Welches Harburg-Thema man auch angräbt, man entdeckt Wurzelgeflechte, die mit vielen anderen Themen vernetzt sind. Da stöbere ich im Harburger Volksblatt, der SPD-Zeitung vor 1933, und enttarne Ernst Riggert, von dem hier schon mehrfach die Rede war. Er schrieb seit 1929 unter Pseudonym für das Blatt ungewöhnlich schöne, gut komponierte Texte. Einen davon über den Ortsteil Neuhof möchte ich hier bekanntmachen.

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Erinnern ans Vergessen

Eine Ausstellung von Normann Seils im großen Saal der Kulturwerkstatt Harburg
Normann Seils: Foto eines Demenzkranken

Das Konzept. Fünf (Selbst-)Portraits von Menschen, die an Demenz bzw. Alzheimer erkrankt sind. Normann Seils fotografierte jeweils die Person - präsentiert wird das Portrait überlebensgroß - und machte dazu ein Tonbandinterview. Über Kopfhörer kann man sich das Interview anhören und dazu das Gesicht der Person betrachten.

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Traditionspflege für Bürgerkrieg und Massenmord?

Der „Finnentag“ in Hohenlockstedt

2013: Alte Kameraden aus Finnland und Deutschland erfinden den Ersten Weltkrieg neu – gegen Rote und Russen war’s ein Kampf für Freiheit und Demokratie. Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, verantwortlich für die Auslandseinsätze deutscher Soldaten in Afghanistan, Mali und anderswo, ist mit Engagement dabei.

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Auf dem Olymp der Reichen und Mächtigen

Zur Sozialtopographie des Eißendorfer Pferdewegs und seiner Umgebung 1942

Den Pferdeweg säumen die größten, prächtigsten Villen Harburgs, umgeben von parkähnlich angelegten Grundstücken, entstanden überwiegend in den Jahren zwischen 1910 und 1940. Wer wohnte hier? Und warum? War die Nachbarschaft nur aus gemischtem Zufall entstanden, je nach Dicke der Brieftasche, altem Grundbesitz oder Erbenglück? Oder gab es auch hier, wie bei den Arbeiterwohnungen in der Hoppenstedtstraße, einen heimlich wirksamen Schlüssel der Auswahl?

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Phoenix – aus einem genialen Schriftzug nichts gemacht

Harburger Traditionsfirmen und ihre Logos, Teil 3: Phoenix

1856 gründeten Albert und Louis Cohen in Harburg die erste deutsche Weichgummifabrik. Über die politische Geschichte der Phoenix schreibt Christian Gotthardt auf dieser Website: Teil 1 (1856-1948)  und Teil 2 (1949-2004). In diesem Beitrag geht es um die Logo-Geschichte des Unternehmens.

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